Vor dem Hotel warteten zwei Taxen auf uns, die uns zum Reclining Buddha Temple
Wat Pho bringen. Wieder sitze ich mit Aon im Taxi.
Ich frage ihn dies und das und stelle erneut fest, dass er sehr gut Englisch spricht.
Wenn es den Fahrgästen langweilig wird, können sie aus einem am Fahrersitz
aufgehängten Buch lesen und dann an den Linien ihrer Hände etwas über ihre Zukunft
erfahren. Am Rückspiegel hängen Malais und ein laminiertes Blatt des heiligen
Bodybaumes. Dann sehe ich noch Amulette und ich bin überzeugt, dass mir nichts mehr
in diesem Auto passieren kann.
Wieder vereint durchlaufen wir nun den Tempelbezirk und bekommen von Mr. Tee oder
Rene alles erklärt, was uns helfen soll die buddhistische Tradition besser zu verstehen.
Mr. Tee erklärt uns den Gebrauch der Räucherstäbchen, das Lotusblütenblätterfalten
und zeigt uns dann wie man Goldblättchen an Buddha Statuen anbringt.
Der Wat Pho ist einer der wichtigsten Tempel in Thailand. In seinem Viharn ist der
ruhende Buddha zu sehen. Diese 45 m lange, liegende Statue symbolisiert Buddha beim
Übergang ins Nirwana. An seinen Fußsohlen stellen 108 Tafeln aus Perlmutt-
Einlegearbeiten die Tugenden eines wahrhaften Buddhisten dar. Es soll Glück bringen,
in jede der 108 Almosenschalen vor der Staue 25 Satang zu werfen.
Das Mittagessen unterbricht den Aufenthalt im Tempelbezirk. Wir gehen in ein Lokal
ganz in der Nähe und dort esse ich: Thom Kha Kai – Chicken and Galgant in
Coconut Milk soup.
Lecker aber sehr spicy. Mir treibt es die Tränen in die Augen und den Schweiß auf den
gesamten Körper.
Danach geht es zurück in den Wat Pho.
Am Himmel ziehen Wolken auf, es gibt vielleicht noch Regen.
Da trifft es sich gut, dass nun Entspannung bei einer traditionellen Thai Massage
angesagt ist.
Auf dem Tempelgelände befindet sich eine Massageschule.
Sie ist für die gute Qualität der Ausbildung berühmt. Dahin werden wir jetzt von Rene
und Aon geleitet. Wir betreten einen großen rechteckigen Raum, werden angenehm von
der Kühle und dem Duft nach Minzöl überrascht. Sofort fühlt man sich wohl und dieses
Empfinden wird noch verstärkt, nachdem uns jeweils eine der jungen Frauen zu einer
Liege geleitet hat und uns bittet darauf in entspannter Lage Platz zu nehmen.
Alles Störende, wie Schmuck, Rucksack, Fotoapparat etc. wird sicher verstaut und dann
machen sie sich an die Arbeit.
Ich liege zunächst auf dem Rücken und lasse die Architektur des Raumes auf mich wirken.
Die Decke des Gebäudes ist in dunklem Rot gehalten und mit goldenen Ornamenten
zusätzlich geschmückt.
Die Thailänderinnen mit den schwarzen Haaren, weißen Blusen und schwarzen Hosen
passen wohltuend ins Bild. Der Lärm der Stadt bleibt draußen, nichts Störendes
beeinträchtigt die Entspannung.
Eine komplette Stunde lang werde ich nun durch eine manchmal schmerzhafte
Druckmassage wieder ins körperliche Gleichgewicht gebracht. Mir war gar nicht bewusst,
wo überall auf dem Körper Punkte sind, die bearbeitet werden können.
Als ich nach dem Ende der Massage wieder auf Rene und Aon treffe, fühle ich mich wie
neu geboren. Dies muss sich auch auf dem Gesicht gespiegelt haben.
Jedenfalls hatten die Wartenden diesen Eindruck.
Inzwischen hatte sich draußen ein Gewitter gebildet und es regnete ziemlich heftig.
So warteten wir noch in aller Ruhe, bis auch der Rest der Gruppe in den Genuss der
Massage gekommen war.
Dann ging es unterm Schirm wieder hinaus ins pulsierende Bangkok.